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Der Hotelier Jan Kosicek
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Hotelneubau im Jahre 1935
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"Auf dem hohen Plateau zwischen den Straßen zu der KCST-Hütte und nach Brezka - Libun befindet sich ein moderner Hotelbau in einem dem Landschaftscharakter glücklich verbundenen Stile. 30 Zimmer mit einer wunderschönen Aussicht auf das Böhmische Paradies. Fließendes kaltes und warmes Wasser, vorbildlich ausgestattetes Hotelunternehmen, ausgezeichnete Küche, gute Ankunft mit dem Auto, Garagen, Telefon Nr. 3 ..."
Jan Kosicek wurde am 29. Mai 1888 in einem ruhigen Dorf - Horni Lochov - in der Familie eines armen Steinbrucharbeiters geboren. Nach dem Schulabschluss in dem unweiten Ort Ostruzno erlernte er in Prag, in dem bekannten, heute schon aufgehobenen Restaurant "U Donatu" in der Spalena Straße, den Beruf eines Kellners. Nach der Lehre arbeitete er noch gewisse Zeit in Prag und 1907, mit neunzehn Jahren, ging er nach Liberec.
In "Ceska beseda" wirkte er als Oberkellner bis zum Jahre 1913 und als begeisterter "Sokol" Mitarbeiter beteiligte er sich leidenschaftlich an dem Leben der tschechischen Minderheit. Diese Jahre, in der bedeutenden nordböhmischen Stadt verbracht, waren für ihn vom großen Wert. Sie lehrten ihn vieles über eine perfekt aufgebaute und organisierte Dienstleistung für die touristische Entwicklung und brachte ihm mehrere Anregungen für eigene Arbeit in seinem Beruf.
Gewonnene Erfahrungen konnte er bald erfolgreich in seiner Heimat nutzen. Ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg nimmt er die Pension des Klubs der tschechischen Touristen in Horni Lochov unter den Prachover Felsen in Pacht, wo er bis 1917 wirkt. Nachdem er an der russischen Front schwer verwundet wird, gibt er die Pensionsleitung auf.
Als dann direkt im Zentrum der Prachover Felsen die Klubhütte der tschechischen Touristen errichtet wird, kann sie kein anderer in Pacht nehmen, als eben Jan Kosicek, mit den hiesigen Verhältnissen gut vertraut und in seinem Fach meisterhaft eingearbeitet. Die Hütte in den Prachover Felsen wird bald zum beliebten und gefragten touristischen Zentrum und Sommerfrische für eine stets wachsende Zahl von Besuchern, die die Zuvorkommenheit und Sorgfalt von Jan Kosicek und seiner Gemahlin lobend anerkennen.
Nach zehn Jahren verwirklicht Jan Kosicek, mit bewundernswerter Unternehmungslust und Mut, die ihm so eigen sind, das Projekt einer großzügig aufgemachter Hotelanlage, vom Ing. Architekten Stejskal entworfen.
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In der liebreizenden Gegend der Prachover Felsen, mit zauberhaften Aussichten auf das Böhmische Paradies, ins Land und zu den fernen Bergen, auf dem Grund der Brüdergemeinde Moravsko, während des 30jährigen Krieges zerstört, beginnt 1934 der Bau des heutigen Parkhotels "Kosicek". Es handelte sich um einen Bau in dem sog. Prachover Baustil, unter Verwendung einheimischer Rohstoffe. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde der Plan etwas zurückgeschraubt, aber es zeigte sich trotzdem, als der moderne Bau, mit dem hellen Rot seines Daches und seinen weißen Wänden in dem Dunkeln der Wälder und Felsen aufleuchtend, 1935 eröffnet wurde, dass er das größte und vollkommen ausgestattete Hotelunternehmen im Böhmischen Paradies ist.
Das Kosicek - Hotel, das auch den anspruchsvollsten Besucher angenehm überraschte, ist begreiflicherweise zu der anziehendsten Ergänzung der Naturschönheiten der Landschaft geworden, wie auch zum bleibenden Denkmal zielbewusster und vorbildlicher Arbeit. Es wird für immer an seinen hingebungsvollen Erbauer erinnern, der sein Werk vorzeitig verlassen musste, als er, noch nicht 50jährig, am 23. Mai 1937 an dem Bahnübergang in Libun tragisch verstarb. Durch eine Ironie des Schicksals gerade zur Zeit eines neu auflebenden Reiseverkehrs und in der Nähe der Orte, denen er all seine Kraft widmete - unter dem Rücken der Prachover Felsen, die der nächste Zeuge seiner Kindheits- und Jugendjahre waren.
Und so bleibt im Böhmischen Paradies, in der Gegend von Jicin, das Lebenswerk "des langjährig emsigen und beliebten Restaurateurs" der touristischen Wirtschaften in den Prachover Felsen, durch welches der Hotelier Jan Kosicek seiner Heimat so bedeutenden Nutzen gebracht hatte, in bleibender Erinnerung.
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